United we stand…

Am Samstag den 09.02.2019 wurde ein junger Mensch kaltblütig und brutal aus dem Leben gerissen. Ein feiger Mord, mitten in Berlin, mitten unter uns.
Leider geschehen solche oder ähnliche Dinge fast täglich und manchmal habe ich das Gefühl, dass man derartigen Meldungen gegenüber irgendwie abstumpft, sind sie doch gefühlt, immer irgendwie weit weg.
Diese brutale Tat jedoch, ließ jenes „weit weg Gefühl“ mit einem Schlag verblassen, denn es traf einen Menschen, der das selbe rot/weiße Shirt trug wie ich, wie viele meiner Freunde, wie alle die, die ihr Herz an jenen in Köpenick ansässigen Verein verloren haben.
Karl war Unioner, einer von uns und vielleicht hat genau das ihn getötet.
Trauer und tiefstes Mitgefühl für die Angehörigen, aber auch Wut und Verachtung dem bis dato noch nicht ermittelten Täter gegenüber, machten sich nur Minuten nach dem Bekanntwerden öffentlich Luft und es geschah etwas, was in der heutigen Zeit, in einer Gesellschaft wo der Blick auf das Leid und die Nöte des Menschen von nebenan oft verschleiert zu sein scheint, einfach als wundervoll bezeichnet werden darf.
Innerhalb kürzester Zeit versammelten sich am Tatort Menschen, die der selben großen Unionfamilie angehören wie Karl. Aber nicht nur Unioner waren zur Mahnwache und dem stillen Gedenken erschienen, nein auch Fans der Alten Dame aus Charlottenburg und Menschen, denen Fußball egal ist, die aber genauso wie wir um den Verlust eines jungen Lebens trauern und ihr Mitgefühl bekunden wollten, waren zugegen.
Es blieb aber nicht bei dieser lokal bekundeten Anteilnahme. Neben mehreren Spendenaufrufen zur Unterstützung der Familie von Karl aus dem Union Umfeld, gab es solche auch aus Fanszenen, die mit uns eigentlich gar nichts zu tun haben. Und trotzdem solidarisierten sich Fußballfans aus der ganzen Republik, spendeten für Karls Familie und setzten ein unüberhörbares Zeichen gegen Hass und Gewalt.
„Jeder hat das Recht die Farben seines Vereins zu tragen, ohne um seine körperliche Unversehrtheit fürchten zu müssen“ sowie „in den Farben getrennt, in der Trauer vereint“ waren und sind der der einhellige Tenor der Statements.
Auch wenn der Anlass ein unglaublich trauriger ist, hoffe ich sehr, dass er diesen Tag weit überdauern wird.
Wir Fußballfans werden oft von „BILDhaften“ Medien oder politischen Lobbyisten als Gewalt verherrlichende Pyromanen dargestellt. Das sind wir nicht, wie diese unglaubliche vereinsübergreifende Hilfsbereitschaft, die in den vielen Zeilen anklingende Menschlichkeit, sowie die einstimmige Gewaltverurteilung beweisen.
Karl war angehender Altenpfleger, ein ganz normaler junger Mensch der seine Berufung im sozialen Bereich gefunden hatte und er Fußballfan wie wir.
Mein tiefempfundenes Beileid allen Angehörigen und Freunden.

🇮🇩 Ruhe in Frieden kleiner Unioner! 🇮🇩

Ein ganz besonderes Danke möchte ich
Roland Krispin, Florentine Damitz, Tobias Walbe, der Stiftung Schulter an Schulter, Der Borusse – Für den Erhalt der Fankultur, Der Herthaner sagen, die hier innerhalb ganz kurzer Zeit wirklich etwas Großes bewegt haben.

Danke natürlich auch an alle Spender aus unserer eisernen Familie sowie den Fans von Hertha BSC, Borussia Dortmund, dem FCK, dem HSV, dem FC Heidenheim, dem FC Sankt Pauli, dem 1.FCM, Holstein Kiel, der SGD, Werder Bremen, dem BFC, BMG, S04, Hansa Rostock, dem KSC…

U. N. V. E. U.

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