Resümee zur Sommerpause…

Union Fahne

Der letzte Pfiff ist verklungen, der letzte Ball gespielt und diese völlig durchgeknallte Saison 2017/18 ist jetzt für alle die nicht in die Reli müssen endlich Geschichte.
Unser FCU beendet selbige auf einem dem eigenen Anspruch hinterher hängendem, aber zuletzt vielleicht doch noch etwas versönlichen achten Platz. Damit geht Union im August in die 10. aufeinander folgende Spielzeit dieser verrückten, aber gleichwohl unglaublich (ver)spannenden Spielklasse.
Zehn Jahre 2.Liga in Folge, sind wir jetzt tatsächlich sowas wie ein „Dino“ im deutschen Fußball-Unterhaus, wie es irgendein Presseheini zu schreiben pflegte? Na so lange wir uns nicht ne Uhr ins schönste Stadion der Welt hängen, soll mir das völlig wumpe sein.
Sommerpause = Zeit, die letzten Wochen einmal revue passieren zu lassen und vielleicht auch gedanklich ein wenig nach vorne zu schauen.
Sonntag vor zwei Wochen, im letzten Heimspiel, standen wir gegen eine der stärksten Rückrundenmannschaften im wahrsten Sinne des Wortes, mit dem Rücken zur Wand bzw. gefährlich knapp über dem bösen unteren Strich der Ligatabelle. Der unterirdische Kick gegen die Darmstädter Lilien eine Woche zuvor, hatte wieder für kräftig Unruhe und Verunsicherung in der Mannschaft und bei den vielen Unionern in den Blöcken gesorgt.
Punkte mussten unbedingt her, am besten drei, um ganz sicher die Klasse zu halten. Irgendwie war aber deutlich zu spüren, dass im Vorfeld des Spiels keiner so richtig an einen Sieg glauben wollte, dass das Vertrauen in die Stärke der Mannschaft ganz schön angekratzt war.
Zu allem Überfluß fehlten wieder einmal einige Kicker im Kader, nicht zuletzt Felix, unser Kapitän. Na und wie die Spiele ohne Kroos im Normalfall verliefen, muss wohl nicht mehr näher erwähnt werden. Vielleicht lag ja auch gerade deshalb diese komische Anspannung, diese eher ungewöhnliche Ruhe über dem Köpenicker Forst?
Na ja, wie bei Union schon fast Tradition, kam’s dann doch ganz anders als erwartet oder vielmehr als befürchtet. Wir gewannen souverän mit 3:1 gegen die Jungs aus´m Pott und machten zum Erstaunen vieler, ein richtig gutes Spiel auch ohne unseren angeschlagenen Kapitano. Die AF bebte und war laut, als wären alle schlechten Gedanken mit dem Anpfiff verschwunden.
Vielleicht lag es ja an der Hammer 50 Jahre FDGB Pokal Erinnerungs – Choreo vor´m Anstoß, übrigens eine der schönsten Choreos der letzten 10 Jahre, dass unsere Kicker sich der Tugenden der altehrwürdigen Schlosserjungs erinnerten und in ihrem Sinne die Selbstzweifel über Bord warfen und alles gaben, um den so wichtigen Sieg für unsere Farben zu erkämpfen. Letztendlich war dann das Warum scheiß egal. Es zählte nur dieser verdammte Dreier, um endlich dem Gespenst Abstieg in den Arsch zu treten und um nicht am letzten Spieltag noch ein böses Endspiel in Dresden bestreiten zu müssen. Das Poltern des Felsens, der so vielen mit dem Abpfiff vom Herzen plumpste, war wohl bis in die AF2 am Kap der guten Hoffnung zu hören und ich hab bei gestandenen Kerlen Tränen der Erleichterung und der Freude (selbst etwas verschwommen) gesehen.
Da war sie für alle sichtbar, diese unglaubliche „Eiserne Liebe“ wie ich finde!
Leise aber trotzdem unüberhörbar, war dann aber auch das Grummeln im Nachgang vieler Eisernen, die das Ausbleiben einer kleinen Saisonabschlußfeier als nicht besonders glücklich empfanden.
Ja sicher, die Saison war eine in der einige Fehler gemacht wurden und wir haben aus sportlicher Sicht unsere Ziele verfehlt. In diesem Kontext gab es wirklich keinen Anlass eine große Party steigen zu lassen, aber war da nicht doch noch etwas, was das gemeinsame Anstoßen mit einem kühlen Blonden gerechtfertigt hätte, fragten sich viele.
Wir sind nämlich immer noch da und trotz manchmal heftig geführter Dialoge, lauter Kritik und auch der einen oder anderen Meckerei und Unmutsbekundung, ist die eiserne Familie weiter gewachsen und hält wenn’s drauf ankommt eisern zusammen.
Wir fuhren unermüdlich und stets laut zu den Auswärtsspielen und auch zu Hause, zu jedem verdammten Heimspiel, waren wir mit voller Besatzung dabei, egal wie es gerade lief, oder welche Kackgerüchte die mediale Runde machten.
Wir Fans supporteten unsere eiserne Liebe mit so viel Herzblut, auch wenn sie uns manchmal hart auf die Probe stellte, da hätte man schon einmal gemeinsam drauf anstoßen können.
Egal, feiern können wir uns ja auch alleene. Na ja, nicht ganz alleene, schon in und mit eiserner Freunden und gleichgesinnten Kranken, mit der großen Eiserne Familie eben.
So geschah es dann am letzten Samstag, als unser Haupt… nee, als unser Freund Harald L. zu einer wunderschönen Saisonabschlußfeier und ein paar ganz persönlichen Worten ins Bootshaus Sportdenkmal einlud. Zu der kamen dann auch so viele der wundervoll Bekloppten, die unserem Verein, unserer Fanszene, unserer Fußballkultur ihr Gesicht geben, die den 1.FC Union im Herzen tragen.
Es kamen der Busfahrer und die Anwältin, der selbstständige Unternehmer, der Schlosser und die Psychologin, die Rentnerin und der Harz IV Empfänger, die Erzieherin und der Typ vonne Müllabfuhr, das Mädel von der Aldi Kasse und der Azubi… eben all die unterschiedlichen Menschen, die wenn sie sich treffen, einfach nur Freunde und vor allem gemeinsam im Block stehende Unioner sind.
Das solch Typen wie Sam Paff, Frank Nussbücker, Sporti, Roland Krispin und Erik Lautenschläger … ach ja und Ritter Keule, auch noch für einen perfekten Rahmen sorgten, kann wohl jeder Dagewesene bestätigen.
Ja verdammt, auch das ist Union!
„Wir sind die Kranken…!“
Fassen wir mal den Abschluss des Wochenendes, den 34. Spieltag und den Sonntag in Dresden kurz zusammen.
Sieg bei den Dynamischen ohne Stevie und auch Felix fehlte immer noch verletzungsbedingt.
Den Dresdnern war anzumerken, dass sie dieses Ding gewinnen mussten und auch wollten, aber ausnahmsweise waren unsere Jungs mal etwas mehr von Fortuna gebauchpinselt und somit am Ende die Glücklicheren. Mit einem schön von Hartel und Pedersen herausgearbeiteten und durch Joker Hosi abgeschlossenen Törchen, gewannen wir das Spiel und kletterten in der Abschlusstabelle nochmal eine Stufe höher, auf den achten Tabellenplatz.
Einfach fantastisch war wieder der unglaublich laute Support der rot/weißen Auswärtsfahrer, die sich in Scharen per Bus, Zug und Auto in die Elbe Stadt begeben hatten. Auch wenn es für uns vermeintlich nur noch um die goldene Annanas ging, ließen sich unsere Jungs und Mädels dieses Saisonfinale nicht entgehen. Dafür wurden sie ja dann auch mit einem feinen Prestigesieg im stets von einem Knistern geprägten Ost-Duell belohnt.
Dresden war trotzdem durch und es wird auch 2018/19 dieses feine Duell geben. Dafür fiel Braunschweig am letzten Spieltag noch durch´s Raster und muss gemeinsam mit den Lauterern in der 3. Liga sein Glück versuchen. Schade, wieder zwei Traditionsvereine bei denen die Luft ganz dünn wird.
Auch Erzgebirge Aue wird es schwer haben, wurden sie doch zu guter letzt von drei DFB Angestellten mit Trillerpfeife und Winkefähnchen auf den Religationsplatz verpfiffen und um den direkten Klassenerhalt betrogen. Jetzt müssen sich die Veilchen aus’m Schacht mit den blau/weißen aus Kackruhe um die zukünftige Spielklasse streiten. Eigentlich geht uns das ja nichts mehr an, aber ich fahr schon lieber ins Erzgebirge als nach…
Was uns aber definitiv etwas angeht und was jeden Unioner schon seit Wochen beschäftigt, wie geht´s beim 1.FCU weiter und in welche Richtung dreht sich das Personalkarussel.
Erste Antworten darauf gab es am Montag und Dienstag. Hofi muss den Trainer-Chefsessel räumen und bekommt irgendeine andere Aufgabe im Trainerbereich. L.Munack zeichnet nur noch für den Amateur und Nachwuchsbereich verantwortlich und Helmut Schulte muss die Koffer packen. Unser bisheriger Chefscout Oliver Ruhnert übernimmt einen neu installierten Schreibtisch, der wenn ich es richtig verstehe, zum Teil aus Schulte, Munack und Ruhnert Aufgaben besteht. Auf den ersten Blick keine schlechte Wahl und eine clevere interne Rochade, zumal O.Ruhnert einen ziemlich kompetenten Eindruck nach außen vermittelt. Hoffen wir mal, dass er das nötige glückliche Händchen für die demnächst anstehenden Mammutaufgaben hat und er sie in unser aller Sinne erfolgreich meistern kann. Die ersten und mir auch ziemlich wichtigen davon, hat der Präsi ja schon formuliert: „Stevie zum Bleiben überreden“ und „Trainersuche erfolgreich regeln“. Schauen wir mal was, bzw. wer dabei raus kommt, welches Teile der Mannschaft erhalten und welche erneuert werden. Es bleibt auf jeden Fall spannend und nach Urlaub in der jetzt anstehenden Sommerpause, klingt der zu erledigende Job ganz sicher nicht.
Ich glaube alle werden die Fortschritte aufmerksam verfolgen und dabei ganz sicher den Beteiligten viel Glück bei jeder anstehenden Entscheidung wünschen.
Gemessen wird der Erfolg dann ab August, wenn es gegen Köln, den ehemaligen Bundesliga Dino und wie ich hoffe gegen VW Golfsburg geht.
Bis dahin erholt Euch und genießt den Sommer und bleibt eisern!

Und niemals vergessen…🇮🇩🇮🇩

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