Nach der Saison ist vor der (Europa) Saison
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Die Experten waren sich im September 2020 bei der Vorabvergabe der zukĂŒnftigen AbstiegsplĂ€tze wieder einmal einig. Union war neben der Arminia quasi einstimmig gesetzt, denn schließlich stand das bekanntlich schwierigere zweite Jahr Bundesliga ins Haus und das musste doch den Köpenickern zum VerhĂ€ngnis werden. GlĂŒcklich, weil von vielen Gegnern unterschĂ€tzt, sowie mit Ă€ußerst limitiertem Fußball, hatten die Eisernen ihre Premierensaison ĂŒberstanden, aber das wĂŒrde ganz sicher kein zweites Mal so funktionieren, lasen die Fußballweisen der Krombacher Runde und anderer qualitativ hochwitziger Expertengremien in ihren Glaskugeln.
So blieb es natĂŒrlich nicht aus, dass auch manchen Unioner ein mulmiges GefĂŒhl vor dieser Spielzeit beschlich, musste man doch zusĂ€tzlich zu diesen Unkenrufen AbgĂ€nge von absoluten LeistungstrĂ€gern, sowie die durch Corona verursachte magere finanzielle Situation mit in die Betrachtungswaagschale werfen. Dabei traute man sich kaum, an das in Köpenick existente, massive Gegengewicht zu glauben, welches seine Schwere doch schon unter Beweis gestellt hatte. Dieses Gegengewicht zu allen Widrigkeiten trĂ€gt den Namen „Zingler-Ruhnert-Fischer“ und wird von vielen weiteren Namen komplettiert sowie von der ganzen Union Familie getragen.
Und so kam es, dass die AbgĂ€nge aus heutiger Sicht dazu beitrugen, dass wir Spieler verpflichten konnten, die uns unter der Dirigentschaft von Urs Fischer spielerisch einen großen Schritt nach vorne machen ließen und ich meine damit nicht nur jenen Max Kruse, auch wenn der kleine dicke Nutellakönig (sorry Max😁) einen echt großen Anteil daran hatte.
Allen Prognosen zum Trotz schlugen wir hochdotierte Spitzenteams wie Hoffenheim, den BVB, Leverkusen und zuletzt die Filiale Ost aus Fuschl am See. Wir sammelten wie die Bienchen den Honig, beziehungsweise fleißig Punkte und wenn wir nicht gewinnen konnten, dann eben mit den meisten Unentschieden. Dazu blieben wir in dieser Saison das einzige Team, welches vom Serienmeister MĂŒnchen nicht geschlagen werden konnte.
Von diesem Weg brachten uns weder ein paar Niederlagen ab, noch ein paar einzelne gegnerische Fairplay-Preis AnwĂ€rter, wie das FrĂŒhjahrs-SchwĂ€lbchen Reus oder die zwei MĂ€rchenonkel Tah und Amiri vom FC Pharma Pillenkusen.
Im Gegenteil, wir hatten völlig Union untypisch, an keinem einzigen Spieltag etwas mit dem ominösen Abstiegsgespennst zu tun und verließen nach dem sechsten Punktspiel die einstelligen TabellenrĂ€nge nicht mehr. Ich finde da kann man jetzt nicht mehr von „nur GlĂŒck gehabt“ sprechen.
Einige der Glaskugelexperten, welche uns einst eine Jagd auf den Tasmania Rekord voraussagten, Ă€nderten zusehends ihre TonalitĂ€t und schossen sich u.a. auf Schalke oder den SVW ein. Es fiel auf, manchmal sogar positiv, dass einige Journalisten anfingen sich intensiver mit dem 1.FC Union auseinanderzusetzen und uns als Folge daraus, sogar als lobenswertes Beispiel fĂŒr seriöse sportliche Arbeit und Fan NĂ€he betrachteten. Es gab aber auch die, die das bundesweit wachsende Interesse an dem Verein aus Berlins SĂŒdosten, scheinbar zur Aufpolierung ihrer journalistischen Bedeutungslosigkeit nutzen wollten. Haltlose Rassismus VorwĂŒrfe die nicht nur schlecht, sondern auch unter Missachtung journalistischer Regeln recherchiert wurden, ließen unseren FCU plötzlich in einem Licht erscheinen, welches wir nicht ansatzweise verdient haben.
An dieser Stelle möchte ich noch einmal ganz besonders den SPORTBUZZER Redakteur David Joram grĂŒĂŸen und ihm herzlichst mitteilen, dass ich ihn und seinen freischaffenden Kollegen Laurenz Schreiner, fĂŒr schwimmbeckengroße Ar
.öcher halte und ich beiden einen Karrieresprung in die Anzeigenabteilung der Apotheken Umschau wĂŒnsche.
„Keiner kriegt uns klein, was zĂ€hlt ist der Verein!“ und in diesem Sinne ließen wir uns auch nicht von eben erwĂ€hnten Kanaillen abbringen unseren Weg weiter zu gehen. Und wie wir ihn gingen
!
Oft hatte der eine oder andere auf den Tabellenplatz des jeweiligen Spieltages geschielt und kurz darĂŒber nachgedacht, was selbiger in einer Abschlusstabelle bedeuten wĂŒrde
.
„SoÂŽne Scheiße, wir steigen auf!“ haben wir vor zwei Jahren noch gesungen und dann passierte es wirklich. Jetzt fing aber plötzlich ein alter Liedtext an wahr werden zu wollen.
„Und irgendwann, irgendwann einmal spielt Union auch International, ohohoho
“
Aber nee, den völlig irren Gedanken abschalten, auf das Wesentliche konzentrieren und die FĂŒĂŸe brav auf dem Boden lassen, jeden Spieltag aufs Neue. So hielt es auf jeden Fall Urs Fischer und er wurde dabei nicht mĂŒde, dies auch immer wieder von der Mannschaft einzufordern und schlussendlich auch von jedem anderen Unioner.
Bis zu diesem 34. Spieltag. Wir befanden uns zwar bereits auf diesem unglaublichen siebenten Tabellenplatz, aber wir hatten Dosen DidiÂŽs Rinderzucht zu Gast und unser direkter Konkurrent aus Gladbach trat gegen unterirdisch spielende und ziemlich angeschlagene Bremer an. Mal ganz ehrlich, wir haben zwar alle ganz leise gehofft, aber wirklich daran geglaubt, hat doch keiner.
Bis zu jener 92. Minute, denn bis dahin war es schon ein super Spiel unserer Jungs. Marvin Friedrich glich mit einem sensationellen Volleytor nach Ecke Trimbo, die seit der 55. Minute bestehende FĂŒhrung der Brause Kicker aus und Andy Luthe hielt mit einigen Weltklasseparaden das Unentschieden und den damit feststehenden achten Tabellenplatz fest. Die regulĂ€re Spielzeit war bereits abgelaufen, als Sheraldo auf der rechten Seite einen Gegenspieler umlĂ€uft und den Ball durch den FĂŒnfer querpasst. Am langen Pfosten lĂ€uft dann unser Fußballgenie Max ein und köpft den Querpass unhaltbar ins Tor und den 1.FC Union nach Europa.
Zweitausend Stimmen im Stadion und ganz sicher noch einmal so viele außerhalb der AF, kamen in diesem Moment an ihre Belastungsgrenze und ich sah viele feuchte Augen nach dem Ertönen des ersehnten Schlusspfiffs.
Es ist wirklich wahr geworden, Union spielt international und es bleiben nach diesem Abpfiff nur noch zwei wichtige Dinge zu sagen. Danke an das Team, jeden einzelnen Spieler, Danke an Urs Fischer, Olli Ruhnert, den PrÀsi und jeden im Verein, der dieses kleine Wunder mit verwirklicht hat.
Danke fĂŒr jede Minute im rot/weißen Trikot, machts gut und „einmal Unioner, immer Unioner“ an Christopher Lenz, Akaki Gogia, Florian HĂŒbner, Christian Gentner, Nico Schlotterbeck, Loris Karius, Petar Musa, Taiwo Awoniyi und Joel Pohjanpalo.
Mögen die Hotspurs aus Tottenham, der FC Villarreal und der AS Rom jetzt kommen, wir haben schließlich nichts zu verlieren und mögen all die Glaskugel Propheten, die auch jetzt schon wieder den eisernen Untergang herbeireden, erneut eines Besseren belehrt werden.

đŸ‡źđŸ‡©â€žWir werden ewig leben
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