2019, ein ganz persönlicher Jahresrückblick Teil 2 / Mein FCU bzw. „die Zeit ist nun gekommen…!“

Gepriesen seiest Du oh Fußballgott, denn dank Dir gibt es die schönste Nebensache der Welt und meinen ach so wundervollen FCU. Beide haben mir das abgelaufene Jahr so sehr versüßt, mich aber auch um viele Jahre altern lassen.

So schraubte der HSV jetzt doch seine für reichlich Spott sorgende Uhr ab und verbannte Lotto King Karls Hymne gleich mit aus dem Stadion. Hmmm… schon ein bisschen schade, denn irgendwie mochte ich den Song, wenn auch in einer anderen als Lottos langweiliger Version. 😜
Im April tritt Reinhard Grindel vom Amt des DFB Präsidenten zurück. Eine billige 6000€ Uhr brachte den Oberpaten zu Fall. Koch und Rauball, also die linke und die rechte Hand des Teufels, übernehmen die Geschäfte der deutschen Fußball Camorra. Und wo wir gerade bei den Helden des „modern Football“ sind, darf natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass Ralle R. vom Dosen Didi persönlich zum Head of Sport and Development Soccer bei der Red Bull GmbH ernannt, oder wie der Volksmund behauptet, zum internationalen Groß Inquisitor gegen das Übel der Fußballtraditionalisten erkoren wurde. Möge der Fußballgott mit uns sein!

Dann war da noch der Uli, der Verfechter von Fairness und der Unantastbarkeit der Würde aktueller Bayern Spieler. Dieser große bajuwarische Querdenker in Steuerrechtsfragen, trat im August als Manager des FC Hollywood zurück, also zumindest offiziell. Der irdischen Ämter entledigt, schwebt er dann jetzt wohl Heilsbringer gleich über der Säbener Straße und wacht darüber, dass diese asozialen Sportjournalisten sowie der klägliche Rest der Fußballwelt, dem großen FC Bayern auch angemessen und in Demut huldigen. Ach Uli, auch wenn du oftmals ebenso schön leuchtest, fünf Sterne strahlten trotzdem nur auf dem Trikot des 1.FC Union Berlin. 😉

Was könnte man mit solchen Sach- und Lachgeschichten wieder an Büchern füllen, wären sie über ihren Schmunzelfaktor hinaus für mich als Unioner von irgendeiner Bedeutung. Also weg von den „Schönen und Reichen“ und hin zu unserem FC Wundervoll.

Überwinterte zum Jahreswechsel unser Herzverein nach einer schmerzlichen 3:0 Klatsche in Aue noch auf Platz vier der Zweitligatabelle, startete er mit einem fulminanten 2:0 Heimsieg gegen den hoch gewetteten Kölner Titelaspiranten ins neue Jahr. Was folgte war ein Auf und Ab zwischen den Rängen zwei und vier. Eigentlich nur zwei Plätze, aber mir kam es wie eine Achterbahnfahrt mit unzähligen Loopings und Speed Curves vor. Zu den einzelnen Duellen gegen u.a. Sankt Pauli, Dresden, Magdeburg, den HSV und alle anderen, wurde schon reichlich geschrieben, so dass ich an dieser Stelle nicht alles wiederholen möchte. Eines aus meiner Sicht sei aber noch gesagt, kein Spieltag verging ohne kleinen Herzkasper oder Schnappatmung am Spielfeldrand und dies sollte bis zum 34. Spieltag (plus…) so bleiben.

Am vorletzten Matchday beerdigt Paderborn die letzten Aufstiegshoffnungen des HSV und wir schickten mit einem 3:0 Heimsieg die Bördebauern zurück in Premium Liga 3. Dies bedeutete zum einen den sicheren dritten Tabellenplatz, also mindestens Relegation, zum anderen aber auch, nur einen Punkt hinter Platz Zwei, dem direkten Aufstieg zu liegen. Wie dann dieser letzte Spieltag gelaufen ist, wird wohl so mancher noch in Erinnerung haben, egal ob in Bochum oder beim Public-Viewing in der AF erlebt. Paderborn verliert tatsächlich noch in Dresden und macht uns damit die Tür sperrangelweit auf, doch wir gehen einfach nicht hindurch. Union liefert ein großartiges Match, kommt nach einem 2:0 Rückstand zurück, schafft es dann aber trotz zwanzigminütiger Überzahl nicht, dass eine, das alles entscheidende Tor im Ruhrstadion zu versenken. Somit blieb es beim schlimmsten und zugleich schönsten Unentschieden dieser Spielzeit. Scheiß egal, dann spielen wir halt Reli gegen die arroganten Schwaben und zeigen denen, dass wir der Stern am Fußballhimmel sind, war nun die etwas trotzige, wenngleich einzig logische und eisernste Konsequenz.

„Oh shit Relegation, das kann ja für Union nur kacke enden“, hörte ich im Vorfeld einige meiner Freunde sagen, doch ich hatte ein ganz anderes Gefühl. Für mich stand zu diesem Zeitpunkt fest, dass unser FC Wundervoll bereits die beste Saison seiner Vereinsgeschichte gespielt hatte und egal wie die beiden Kicks gegen den VEB Prenzleberg Süd ausfallen würden, konnte uns dies auch keiner mehr nehmen. Wir hatten in den jetzt vor uns liegenden Spielen rein gar nichts zu verlieren, die schwäbischen Spätzleschnitzer dagegen alles, so zumindest mein Gefühl bevor die DFB Erfüllungsgehilfen das erste Spiel in Mercedes City anpfiffen. Zugegeben, mit diesem Pfiff hatte sich dann auch meine Coolness erledigt und der Puls schwoll innerhalb weniger Pässe auf 700 zu irgendwas an. Doch wie erhofft, vorausgesagt wäre dann doch etwas zu dick aufgetragen, machten unsere Jungs das richtig gut. Nach ein paar nervösen Anfangsminuten kam Union im Spiel an und übernahm immer mehr die Zügel in selbigem. Irgendwie aus dem Nichts, wenn auch gut gemacht, fiel dann in Minute 41 das Gegentor durch Gentner. In diesem Moment glaubten die Schwaben wohl, sich in Liga 1 gerettet zu haben, aber sauber auf Kies gefurzt…, denn fast im direkten Gegenstoß zeigten Seb Andersson und Suleiman Abdullahi, wer hier die dickeren 00 auf dem Platz hatte und wer heute zum Siegen angereist war. Ausgleich zum 1:1! Nach der Pause kam dann ER. Die Nummer 3 in meinem fußballerischem Sympathie Ranking. Der nur ganz knapp hinter Ralle Rangnick und Tim Walter rangierende Mario Gomez, erwies uns Unionern die Gnade, ihn für die kommenden 45 Minuten bewundern zu dürfen. Sichtlich geblendet von seiner Aura, waren unsere Jungs einen Moment unkonzentriert und „Super Mario“ legte uns ein ziemlich faules Ei ins Nest und dies ohne das seine Gelfrisur dabei Schaden nahm. Einzig unser Marvin Friedrich schien seiner Majestät Prinz Mario den Ruhm nicht ganz zu gönnen. Schließlich hatte er etwas unfreiwillig und somit blöd für Rafal, bei dessen Tor Schützenhilfe geleistet. Eiskalt und staubtrocken versaute Marvin dem Prinzen dann mit einem Kopfballtor den Tag. Ausgleich zum 2:2 und es war noch nicht Schluss. Sebastian Anderson hatte in den Schlussminuten sogar noch den Siegtreffer auf dem Fuß, musste sich aber leider dem gut haltendem Zieler im Kasten der Taxibauer geschlagen geben. So blieb es beim Unentschieden mit zwei Auswärtstoren, einer aus unserer Sicht perfekten Ausgangslage. Dass die Gomez Diva nach Abpfiff im TV ein wenig rumzickte, wunderte wohl wenige. Da huldigten ja schließlich die besten Fans der Welt nicht ihm, sondern unserem bärenstarken FCU. Ach Mario, hättest du gewusst was dich ein paar Tage später in Köpenick erwarten sollte, hättest du dich ganz sicher im Keller eingeschlossen, um nicht an diesen bösen Ort zu müssen.

Köpenick, Montag der 27. Mai 2019, Relegationsrückspiel.

Es ist ca.18:15 Uhr als der eiserne Mannschaftsbus auf den Parkplatz vor der Haupttribüne einbiegt. Auf ein Zeichen der Szene, erstrahlt plötzlich ein Spalier aus roten Leuchtfeuern, das dem Bus und der darin befindlichen Mannschaft unter ohrenbetäubenden Rufen, bis zum Haupteingang Geleit gibt. Es gab in meinen Augen jetzt nur zwei Möglichkeiten, wie dieser Empfang sich aufs Team auswirken konnte. Entweder die Jungs hatten die Hosen davon gestrichen voll, oder sie erhielten noch einmal einen riesigen Adrenalinschub für das, was kommen würde. Ich bin mir heute nicht mehr sicher, was von meinen Erinnerungen an jenes Spiel real und was vielleicht nur eingebildet ist, denn manche Minuten, manche Spielsituationen erlebte ich wie in einem Rausch. Hatte ich unser Wohnzimmer in den vielen Jahren doch schon so oft als brachial laut empfunden, kamen mir die vergangenen Supports plötzlich wie ein laues Lüftchen zu dem was dort geschah vor. Stellt euch einmal vor, ihr hieltet je ein Ohr an ein mit Vollgas betriebenes Triebwerk eines Eurofighters. Stellt Euch weiterhin vor, dass keine Triebwerksgeräusche, sondern unsere Lieder und Schlachtrufe in dieser Kampfjet-Lautstärke in den Köpenicker Forst hinaus hallten, dann wisst ihr, wie es sich anfühlte… einfach unfassbar geil. Getrieben von dieser machtvollen Akustik der Ränge und dem Willen, unsere Jungs zu etwas nie Dagewesenem zu schreien, belastete auch ich meine Stimmbänder weit über ihre Leistungsgrenze hinaus. Es funktionierte, denn trotz der schwäbischen Feldüberlegenheit, entschärfte unser Team ein ums andere Mal die Stuttgarter Angriffe. In der neunten Minute ein kurzer Herzaussetzer, denn der VfB ging nach einem sehenswerten Freistoßtreffer in Führung. Diese Führung hielt aber nur ein/zwei Minuten, denn der Video Schiri hatte zum Glück erkannt, dass Gonzalez gefühlte zwei Kilometer im Abseits stand. Dass man bei einem so klaren Abseits erst auf das Eingreifen des VAR warten musste, entzog sich allerdings meinem Verständnis. Egal, der Treffer wurde zurückgenommen und es ging nach einer weiteren unendlich langen halben Stunde ohne Tor in die Halbzeitpause. Noch einmal 45 brutale Minuten bis zur eisernen Glückseligkeit, standen uns noch bevor. Doch von Minute zu Minute wurde das Gefühl, das Unmögliche heute zu erreichen, stärker. Das lag ganz sicher auch daran, dass Union nun seinerseits durch Grischa und Manni zu gefährlichen Chancen kam. So verhinderte zweimal das Köpenicker Aluminium, dass Suleiman sich mit einem Treffer in die Geschichtsbücher eintrug. Kurz und knapp, die Zeit lief herunter und um 22.20 Uhr kam von Christian Dingert der alle erlösende, der für uns historische Schlusspfiff. Der 1.FC Union Berlin war das erste Mal in seiner Geschichte in die Bundesliga aufgestiegen! Jetzt gab es keinerlei Halten mehr. Nicht nur die Tore zum heiligen Rasen öffneten sich, sondern ebenso die persönlichen Ventile für Endorphine, Tränen und die ganzen großen Gefühle. Der Rasen füllte sich innerhalb weniger Minuten mit Menschen und von außerhalb strömten immer mehr von denen ins Wohnzimmer, die keine Tickets bekommen hatten und vor den Toren der AF warteten. Alle drängten ins Stadion, um diese einzigartige Union Geschichte an jenem Ort aufzusaugen, an dem sie gerade geschrieben wurde. Auch mein Blick war reichlich verwässert und beim Umarmen von überglücklichen Freunden, aber auch hunderten wildfremden Menschen, rasten meine Gedanken durch die letzten Wochen, Monate und Jahre. Vor meinem inneren Auge erschienen Bilder meines ersten Unionspiels vor vielen Jahren und ich sah mich wieder auf jenen besseren Sportplätzen stehen, die wir in dunklen Tagen bespielt hatten. Die Hagenbeck Straße, die Rote Erde, die Lohmühle, der Bremer Platz11 und der Jahn Sport Park waren plötzlich wieder präsent. Es ist noch gar nicht so lange her, da wären hier in Köpenick beinahe die Lichter ausgegangen und nun strahlten unser FCU und dieses wunderschöne Stadion wie der „hellste Heiligenschein“. Ich sah aber auch die Gesichter der Menschen vor mir, die den Weg bis hierher lange mitgegangen waren, die diesen Moment aber nicht mehr mit uns erleben durften. Ich weiß nicht mehr genau wie lange ich in diesen Gedanken versunken, schweigend und mit reichlich Pipi in den Augen auf unserem heiligen Rasen stand. Als mich die stimmgewaltige Kulisse und ein mich erdrücken wollender Freund wieder zurück auf den Platz holten, sah ich, dass es um mich herum noch viele viele andere Eiserne genauso emotional erwischt hatte. Keiner von ihnen versuchte dies zu verstecken, das war einfach nur ergreifend und wundervoll. Dieser Tag wird nicht nur in unserer Vereinshistorie unsterblich werden, sondern im Herzen jedes einzelnen von uns seinen Platz finden. Ich für meinen Teil weiß, dass es eine der schönsten eisernen Geschichten sein wird, die ich meinen Enkeln irgendwann erzählen darf.

Ein sehr langer Abend und eine schlaflose Nacht sollten folgen. Wir feierten erst mit der Mannschaft und dann wohl jeder noch im kleinen oder großen Kreis. Die eigentliche Party folgte dann zwei Tage später. Nur so viel dazu, Berlin trug standesgemäß rot/weiß und die ganze Welt schaute zu, wie der kleine Verein aus dem Südosten Berlins, den größten Erfolg seiner Geschichte zelebrierte. Die Spree wurde von einer Armada aus Union Booten erobert, die angeführt von Eddy’s Viktoria, wohl alles an Aufstiegsfeiern in Schatten stellte, was Fußball-Deutschland je erlebt hat.

SOMMERPAUSE!

Nun sollte man annehmen, dass mit dem Aufstiegsfight gegen’s Ländle und der darauffolgenden Megaparty, alles an Emotionen erlebt und für dieses Jahr herausgelassen war. Weit, sehr weit gefehlt! Präzise drei Monate später, knüpfte das Eisernland nahtlos an das Gefühlsgewitter vom Mai an. Das allererste Heimspiel in der Bundesliga stand an und die freundlichen Paten aus der Frankfurter Mafiazentrale, hatten uns ausgerechnet „die da“ aus Leipzig zugeteilt. Das ungeliebte Brauseimperium sollte uns nun also den ersten Kick im Oberhaus vermiesen. Danke DFB! Wir sind Union und wir werden uns nicht verändern, nur weil wir jetzt in der ersten Liga spielen, war ein wichtiger Tenor der mit dem Aufstieg immer wieder zu hören war. Doch gerade diese nun angesetzte Spielpaarung brachte eine ernstzunehmende Spannung in unsere Fangemeinde. Die organisierten UFC´s hatten sich deshalb zusammen gesetzt und einstimmig beschlossen, den Protest, den wir bereits in den früheren Aufeinandertreffen mit Onkel Didi´s Dosenclub vollzogen hatten, auch diesmal wieder lautstark bzw. durch eine fünfzehnminütige Stille in die große Fußballwelt hinaus zu schweigen. Doch dieser auch mit dem Verein kommunizierte Beschluss, traf nicht bei jedem Alt.- und Neu-Unioner auf Gegenliebe. Nicht wenige empfanden dieses historische erste Bundesligaspiel als nicht den richtigen Zeitpunkt für Proteste. Man wollte unseren FCU sehr viel lieber von der ersten Minute an lautstark in der neuen Saison begrüßen. Eine zum Teil sehr hitzige Debatte entstand, wie denn nun diese erste Viertelstunde ablaufen sollte und ich glaube, dass letztendlich die Worte unseres Präsis sowie die von Christian Arbeit das eiserne Zünglein an der Stimmungswaage waren. Letztendlich sorgten aber alle dafür, dass an jenem Sonntag die Union-Familie geschlossen und ohne sich grundlegend verändert zu haben im Stadion hinter der Mannschaft, aber ebenso auch immer noch eisern hinter unseren Werten stand.

Apropos eiserne Werte, heißt es doch „Einmal Unioner, immer Unioner!“ und ist es in der AF eine der schönsten Traditionen, in der Halbzeitpause derer zu gedenken, die nicht mehr mit uns im Block stehen können! Was für eine wunderschöne Idee war es dann, jeden von Ihnen auf ein Poster gedruckt noch einmal mit in unser einzigartiges Wohnzimmer zu nehmen und gemeinsam mit ihnen ein weiteres Kapitel eiserner Geschichte zu beginnen. Auf einem Bild, in unseren Herzen und von oben über uns wachend… Ich weiß, ihr wart alle dabei, Eddy, Janine, Svenne, Maurice, TeeCee, Karl und auch Du Dad! Wie hat es Sebastian Fiebrig im Vorfeld so treffend angekündigt? „Ich werde erst weinen, danach schweigen und dann eskalieren.“ Letzteres geschah dann so auch im ganzen Stadion, nachdem Trauer und die gewaltige Stille des Protestes ihre Zeit hatten. Wir haben zwar in diesem ersten Bundesligaspiel unserer Vereinsgeschichte noch kein sportliches Ausrufezeichen gesetzt und doch hat die ganze Liga und ein großer Teil der Fußballwelt vernommen, WIR, der 1.FC Union Berlin, sind angekommen und ihr werdet uns nicht übersehen, nicht überhören und schon gar nicht ignorieren können! „…immer wieder EISERN UNION!“

Eigentlich zeichnen sich meine Rückblicke nicht durch eine chronologische Aneinanderreihung von Spieltagen aus, denn schließlich kann man jeden einzelnen von ihnen in diversen Fachzeitschriften oder hier im WWW nachlesen. Und dennoch komme ich nicht umher, direkt an das erste Heimspiel anzuknüpfen, denn die diesjährige Uniongeschichte bestand aus vielen einzelnen Kapiteln, die mit jedem weiteren Spiel zu jener besonderen wurde, die wir späteren Generationen noch erzählen werden.

Zweiter Spieltag nur ganz kurz… Auswärtsspiel bei den Fuggerstädtern in Augsburg. Wie vor zehn Jahren herzlich und freundlich von Stadt und Verein empfangen, erster Bundesligapunkt durch ein in bester Teamplayer-Manier von Polti vorbereitetes und durch Seb Andersson eingenetztes Tor (1:1).Dazu die erste Rote Karte und einen rot/weißen Support bis weit nach Abpfiff, den die Augsburger nach eigenen Aussagen, so noch nicht erlebt hatten. Ich schon!

Dritter Spieltag, nicht ganz so kurz… Der Vize-Meister, der Champions League Dauerteilnehmer, der große BVB mit seinem 670 Mio. Euro Kader, sollte nun am 31. August unsere nächste Hürde im scheinbar aussichtlosen Kampf um den Klassenerhalt werden. Die Herren Hummels, Piszczek, Reus, Götze, Weigel und Alcácer mussten zu uns, mussten zum kleinen Aufsteiger, um mal eben die drei Punkte für ihren scheinbar schon fest eingeplanten Titelgewinn einzutüten. Eine ziemlich eindeutige Kiste sollte das werden, da war sich die Fußballfachwelt einig. In den Kommentaren vor dem Spiel ging es eigentlich nur darum, wie hoch unser FCU verlieren würde. Schließlich hatte der recht glückliche Aufsteiger im Auftaktspiel ja gezeigt, dass er dieser Liga noch nicht gewachsen war. Doch der Fußballgott hatte an jenem Samstag Laune, trug ein rot/weißes Trikot und hatte wohl beschlossen, sich nicht an irgendwelche halbweisen Voraussagen halten zu wollen. Vielleicht hatte er aber auch nur eine ziemlich abgebrühte Wette beim Buchmacher seines Vertrauens platziert, schließlich waren die Quoten bei einem Union Sieg himmlisch. Ich für meinen Teil wäre mit einem Punkt schon glücklich gewesen, hatte doch Herr Favre im Vorfeld die Stärken und Schwächen unseres Teams erschreckend präzise in einem Interview erläutert. Würde es ihm gelingen seine schwarz/gelbe Millionentruppe mit ähnlicher Präzision einzustellen, dann würden wohl die „Experten“ Beeck, Basler und Matthäus mit ihren Untergangsprognosen recht behalten. Wie gesagt, Kollege Fußballgott schien heute auf die Weisheiten jener Herren zu schei…! Ich weiß nicht was der Urs den Jungs gegeben hat, es musste auf jeden Fall aber richtig gutes Zeug gewesen sein. Vielleicht ne besonders cremig gerührte Schweizer Schoki, oder ein Glas Milch besonders glücklicher Almkühe, aber egal was es war, es wirkte. Die Jungs strahlten im Vergleich zum RB Spiel eine ganz andere Selbstsicherheit aus. Sie nahmen die Zweikämpfe gegen die hochdotierten BVB Stars an, nein, sie suchten sie sogar. Und so kam es wider Erwarten dann auch, dass Dortmund trotz wesentlich mehr Ballbesitz nicht auch wesentlich mehr Torchancen generieren konnte. In der zweiundzwanzigsten Minute erfolgte plötzlich eine Explosion der eh schon lauten Ränge, die erste Bierdusche regnete nieder und die erste Belohnung der Eisernen für ihr konsequentes Auftreten stand auf der Anzeigetafel. Marius Bülter netzte nach Trimbo´s Ecke mustergültig ein. Der 1.FC Union führte zum ersten Mal gegen den großen BVB und dies sogar verdient. Diese Führung hielt allerdings nur drei Minuten, bevor der 37 Mio. € Paco den doch recht sehenswerten Ausgleich erzielte. So what, ein Unentschieden nach 45 Minuten, das ist doch geil, dachte ich mir zur Pause und hoffte, dass unsere Jungs diesen Punkt bis zum Abpfiff mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen könnten. Punkt verteidigen? Pah, was unsere Eisernen da nach Wiederanpfiff der Partie zeigten, sah aber nach einem ganz anderen Plan aus. In Minute fünfzig wieder Bülter… Wer hat diesen Jungen eigentlich geholt, wen soll ich dafür unanständig knutschen und drücken? Bülter mit einem perfekten Abstaubertor zum 2:1 für uns, jaaaa, für unseren FCU, einfach unglaublich was hier geschah! Längst mit einem beidseitigen Tinnitus versehen und nah an einer Überdosis von Endorphinen, versuchte ich meiner Stimme gesanglich noch einmal so viel Druck zu verleihen, dass ich sie wenigsten ein klein wenig in dieser wahnsinnigen Support-Lautstärke wahrnahm. Keine Chance, die Alte Försterei bebte und wenn zu dieser Zeit im Westfalenstadion noch Licht brannte, dann hat dies garantiert deshalb geflackert. Bei den Dortmundern selber flackert aber nichts auf, zumindest nicht das erwartete Aufbäumen und Anrennen gegen unser Tor. Sie schienen geschockt, zumindest aber ratlos dem gegenüber, was hier gerade geschah. Nicht so unsere Jungs, denn sie zogen eiskalt und mit immensen Laufwegen das Konzept „Fischers Eleven“ durch. In der 75. Minute ein Doppelpass wie aus dem Lehrbuch. Becker zu Andrich, Andrich zu Becker, Becker zu Andersson und Seb macht den Deckel drauf. Unser Schwede schiebt zum 3:1 ein. Was für eine geile Sch…, sorry, denn anders kann ich dies nicht auf den Punkt bringen. Der 1. FC Union Berlin fährt seinen ersten Bundesligasieg ausgerechnet gegen den Vizemeister Borussia Dortmund ein und die ganze Fußballwelt hat zugeschaut und zugehört! „Union Du wirst siegen, glaub an dich und es wird wahr, die erste Bundesliga ist für uns nun endlich da…“

Spieltag   4/  … wieder ganz kurz! Heimspiel gegen den SV Werder Bremen. Drei Elfmeter, zweimal gelb/rot, 1:2 verloren, fuck you Schieri Welz sowie B. Dankert im Kölner Video Keller. Das einzig Schöne an diesem Tag: „Für den Erhalt von Stadionnamen, Für immer Weserstadion und für immer Stadion an der Alten Försterei“ als gemeinsames Statement beider Fanszenen! Darüber hinaus die Anteilnahme und der Protest für das iranische Mädchen Sahar Khodayari, welches für seine Fußball Liebe sterben musste. „Fan sein ist Menschenrecht!“ Danke an das Wuhlesyndikat

Spieltag   5/ Bayer Leverkusen vs. FCU  = 2:0 bei den Pillendrehern, shit happens!

Spieltag   6/ FCU vs. Eintracht Frankfurt = 1:2 /… die SGE zu Gast in Köpenick. Ein wirklich gutes Spiel, Kampf auf Augenhöhe und ne ziemlich enge Kiste, aber bei einem 1:2 dann leider doch nichts Zählbares auf der Habenseite. Geil war es trotzdem, nicht zuletzt auch wegen den „feurigen“ Gästefans aus Mainhatten, die wie Christian es mit einem Augenzwinkern sagte, diesmal von Beginn an im richtigen Block stehen durften.

Spieltag   7/ VW Golfsburg vs. FCU = 1:0 / wieder ein gutes Spiel und wieder keine Punkte

Spieltag   8/ FCU vs. SC Freiburg = 2:0 / C.Streich nen Streich gespielt, 3 Punkte im Breisgau

Spieltag   9/ FC Bayern vs. FCU   = 2:1 / dem Ulli leider nicht die Lederhosen ausgezogen und doch ein wenig auf seine teuren Wiesenschuhe gepinkelt. Knappe Kiste und ein eisernes Achtungszeichen in München, welches so wohl keiner erwartet hatte.

Spieltag 10/ Berlin Derby…          = 1:0 / Stadtmeister, Stadtmeister, Berlins Nr.1 …! Die Chance in Berlin, ein Derby anders als in Hamburg oder im Ruhrpott auszutragen, wurde leider vertan. Schade! An jenem Samstag ist sehr viel Porzellan zerbrochen worden und dicke rote Linien wurden überschritten. Sämtlichen Fanszenen, die sich um einen Dialog mit dem DFB und der DFL bezüglich der Legalisierung von Pyrotechnik bemühten, ist von einigen wenigen Blitzbirnen in den Arsch getreten worden und es gab reichlich Wasser auf die Mühlen derer, die unseren Fußball für einen Hort des Bösen halten und jenes auch lautstark propagieren. Ein Glück, dass dieses Spiel nicht am 09.11. ausgetragen wurde, denn was dann die Berliner Boulevardpresse in ihre Gazetten geschmiert hätte, mag ich mir gar nicht ausmalen. Ein bitterer Beigeschmack wird bei diesem Sieg wohl bleiben. Nun wurde wohl alles dazu gesagt, deshalb soll es auch an dieser Stelle genug sein. Auf ein friedliches Rückspiel und eine bärenstarke Verteidigung der inoffiziellen Stadtmeisterschaft.  Eisern Berlin! (PS. Sebastian Polter – Fußballgott)

Spieltag 11/ Mainz 05 vs. FCU        = 2:3 / „Union braucht keinen Karneval,Unioner feiern überall!“ so klang es aus unserem Block, nachdem auch endlich der erste Auswärtsdreier eingefahren wurde. Man was für ein den eigenen Alterungsprozess beschleunigendes Spiel. Da gehen unsere Jungs in dieser rheinischen Karnevalshochburg mit drei Toren in Führung und ich musste genauso oft auf das Logo der in blau kickenden Jungs schauen, um auch ganz sicher zu gehen, dass das unsere Eisernen Fußballgötter waren, die da abgebrüht die Mainzelmännchen vorführten. Trotz ausgeglichener Spielanteile wirkte Union einfach zielstrebiger, zumindest bis zur 60 Minute.  Ab diesem Zeitpunkt drehten die Mainzer noch einmal auf, unsere Jungs dagegen schienen ihre Kräfte in der ersten Stunde schon ans Limit gefahren zu haben. So gelangen den Rheinländern in der Schlussviertelstunde noch zwei Buden und wir zitterten uns ein wenig bis zum Schlusspfiff. Egal, erster eiserner Auswärtsdreier in der Bundesliga und einen Tabellenplatz besser als Charlottenburg. Ähm… Die Nummer Eins der Stadt sind wir!

Spieltag 12/ FCU vs. BMG            = 2:0 / Borussia die Zweite… Meckert mit mir oder hört auf zu lesen, aber ich komme nicht umhin, jeden verdammten Spieltag noch einmal mit ein paar Zeilen zu versehen, denn irgendwie jagte ein emotionales Ereignis das nächste. So auch beim Spiel gegen den amtierenden Tabellenprimus aus Gladbach. Das Sportliche im Telegrammstil: alles richtig gemacht, die eigenen Stärken als geschlossene Mannschaftsleistung auf den Platz gebracht und der Borussia das eigene Spiel aufgezwungen. Drei hochverdiente Punkte mit denen wohl keiner zu rechnen wagte, waren der Lohn für diesen eisernen Kampfgeist und die schönen Tore von Ujah und Andersson. Aber noch vielmehr als dieser wunderbare Sieg, bewegte mich Vossis Abschied vom Podest und vom Megaphone. Dreizehn Jahre stand Fabian als Capo für uns mit dem Rücken zum Spielfeld und hat in dieser Zeit nicht unwesentlich das Gesicht von Union mitgeprägt. Wir werden heute als eine der besten, lautesten und kreativsten Fanszenen im deutschen Fußball wahrgenommen und Vossi an der Spitze des Supports, hat an diesem Standing einen großen Anteil. Wie ergreifend war es dann, als Capitano Damir ihm ein paar ganz persönliche Worte als Freund und als (Exil)Unioner widmete und etliche in den Blöcken gezeigte Banner DANKE von der gesamten eisernen Familie sagten. Sogar der Gästeblock beteiligte sich mit einem großen Schriftzug an dieser Verabschiedung und nach dem Abpfiff stand unsere komplette Mannschaft für Fabian Spalier. Sie trug ihn buchstäblich auf den Händen und nicht nur dabei war ganz schön viel Pipi inne Augen. Der Präsi, Tusche und noch viele andere, nahmen den Jungen vom Podest in den Arm und jeder sagte auf seine Art und Weise „Danke für die 13 Jahre“! In Zeiten wo die Herren Kind, Mateschitz und co. einen Krieg gegen die eigenen Fans führen, sind solche Bilder für mich ein wunderbares Statement dafür, wie geschlossen der 1.FC Union Berlin steht und das jeder im Verein seinen Platz und eine Stimme hat.

Ach ja, neben Tusche hat wohl jetzt auch Vossi sein eigenes Lied… „Hey Hey Hey, Du bist der „eiserne“ Reiter, Hey Hey Hey, Du bist ein Kind dieser Stadt!“

Spieltag 13/ Schalke 04 vs. FCU             = 2:1 / Schade, klasse gekämpft und recht unglücklich ohne Punkt und erstmal ohne Steven wieder zurück nach Köpenick.

Spieltag 14/ FCU vs. 1.FC Köln             = 2:0 / Wieder drei verdiente Heimspielpunkte in einem rassigen „Zweitliga-Spitzenspiel“ gegen den Karnevalsverein.

Spieltag 15/ SC Paderborn vs. FCU        = 1:1 / Ein in der Summe gerechtes Unentschieden, gegen Baumes schnelle Elf, nachdem beide Mannschaften es nicht schafften den Siegtreffer zu setzen. Mal so nebenbei, klasse Job Steffen Baumgart und eiserne Grüße nach Paderborn.

Spieltag 16/ FCU vs. SAP Hoppenheim = 0:1 / Leider zurecht keine Punkte gegen die Sinsheimer, dafür aus meiner Sicht aber eine ganz wichtige Erfahrung für die Rückrunde. Unsere Gegner fangen an unser Spiel zu analysieren und sie finden Gegenmaßnahmen. So hat uns die SAP Truppe quasi mit unseren eigenen Waffen, vorrangig mit dem knallharten und konsequenten Zweikampfverhalten, geschlagen. Ich bin mir sicher, Urs wird dies auch gesehen haben und daran arbeiten.

Spieltag 17/ Fortuna Düsseldorf vs. FCU = 2:3 / Fuck, zwei Sonntagstore der Düdos verhindern eine wohl angemessenere Punkteteilung. Aber was solls, wir gehen mit 20 Punkten und einem unglaublich respektablen 11. Platz in die Winterpause unserer allerersten Bundesliga Saison. Auch wenn damit die halbe Miete für den Klassenerhalt im Sack ist, wird es doch noch ein hartes Stück Arbeit für Urs und unsere Jungs in der Rückrunde. Doch wer hätte sich getraut, dies so vorauszusagen? Ich denke, selbst der im Vorfeld optimistischste Unioner wird sich gerade zurücklehnen und mit Stolz und einem Lächeln, diese siebzehn Spieltage Revue passieren lassen. So halte ich es jedenfalls und darüber hinaus erfüllt mich ein sehr erhebendes Gefühl, denn mein (unser) 1.FC Union Berlin, wird immer mehr als das in Fußballdeutschland wahrgenommen, was er für mich ist. Ein Verein für und von Fans, getragen von selbigen und den gelebten Werten, die nicht nur im Kleingedrucktem stehen. Wie sagte es der Weihnachtsmann beim Singen so treffend: „Drum Eiserne, seid auf der Hut, erhaltet Euch dies edle Gut, Eure Form der Leidenschaft, aus der Ihr zieht unbändig Kraft! Lasst uns die Konsumenten schocken und weiter diese Liga rocken!“

„…Die Zeit ist nun gekommen, ihr werdet´s alle sehn, der erste FC Union wird nun endlich oben stehn!“

Wer mich kennt und bis hierhin geduldig gelesen hat, wird sich sicherlich fragen, ob mich im abgelaufenen Jahr nur der Fußball im Eisernland bewegt hat. Natürlich nicht, gab es doch so viele berührende Momente, die nicht alle mit dem sportlichen Wettbewerb zu tun hatten. So sehr ich unseren Sport, diesen Kampf um Ball und Tore auch liebe, ließ ein Ereignis dann doch alles um ihn herum als profan und nebensächlich erscheinen.

Am Samstag, den 09.02.2019, wurde Karl, ein junger Mensch aus unserer Mitte, kaltblütig und brutal aus dem Leben gerissen. Ein feiger Mord aus heiterem Himmel, mitten in Berlin. Leider geschehen solche oder ähnliche Dinge fast täglich und manchmal habe ich das Gefühl, dass man derartigen Meldungen gegenüber zunehmend abstumpft, sind sie doch gefühlt immer irgendwie weit weg. Diese brutale Tat jedoch, ließ jenes „weit weg Gefühl“ mit einem Schlag verblassen, denn es traf einen Menschen, der dasselbe rot/weiße Shirt trug wie ich, wie viele meiner Freunde, wie alle jene, die ihr Herz an den 1.FC Union Berlin verloren hatten. Karl war ein normaler junger Mensch mit Werten, Leidenschaften und einer Sozialkompetenz, die man unserer Jugend heute leider zu oft abspricht. Menschlichkeit und Helfen hatte er als angehender Altenpfleger zu seiner Berufung gemacht. Karl war Unioner, einer von uns und scheinbar haben blinder Hass, willkürliche Lust am Töten und vielleicht das „falsche Trikot“ sein Leben so sinnlos früh beendet. Trauer und tiefstes Mitgefühl für die Angehörigen, aber auch Wut und Verachtung dem zu diesem Zeitpunkt noch unbekanntem Täter gegenüber, machten sich nur Minuten nach dem Bekanntwerden öffentlich Luft. Es geschah etwas, was in der heutigen Zeit, in einer Gesellschaft wo der Blick auf das Leid und die Nöte der Menschen von nebenan oft verschleiert zu sein scheint, einfach als wundervoll bezeichnet werden darf. Innerhalb kürzester Zeit versammelten sich am Tatort Menschen, die derselben großen Unionfamilie angehören wie Karl. Aber nicht nur Eiserne waren zur Mahnwache und dem stillen Gedenken erschienen. Nein, auch Fans der alten Dame aus Charlottenburg und Menschen, denen Fußball völlig egal ist, die aber ebenso wie wir um den Verlust eines jungen Lebens trauern und ihr Mitgefühl bekunden wollten, waren zugegen. Es blieb nicht bei diesem lokal bekundeten Entsetzen und Anteilnahme. Neben den Spendenaufrufen zur Unterstützung von Karl´s Familie aus dem Union Umfeld, gab es solche auch aus Fanszenen, die mit uns eigentlich nichts zu tun haben. Dennoch solidarisierten sich Fußballfans aus der ganzen Republik, spendeten für Karl´s Familie und setzten ein unüberhörbares Zeichen gegen Hass und Gewalt. „Jeder hat das Recht, stolz die Farben seines Vereins zu tragen, ohne um seine körperliche Unversehrtheit fürchten zu müssen“ sowie „in den Farben getrennt, in der Trauer vereint“ waren der einhellige Tenor der Statements. Wir Fußballfans werden ja oft von „BILDhaften“ Medien oder politischen Lobbyisten als Gewalt verherrlichende Pyromanen dargestellt. Das sind wir nicht, wie diese unglaubliche vereinsübergreifende Hilfsbereitschaft, die in den vielen Zeilen anklingende Menschlichkeit sowie die einstimmige Verurteilung von Gewalt wohl eindrucksvoll bewiesen. Karl war Fußballfan wie wir und wir haben ihm zu Ehren gezeigt, dass „united we stand“, „you’ll never walk alone“ und Schulter an Schulter“ keine leeren Floskeln von verklärten Fußballtraditionalisten sind, sondern reale und von uns allen gelebte Werte. Ruhe in Frieden kleiner Unioner!  U.V.D.N.

Auch an dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an Roland Krispin, Florentine Damitz, Tobias Walbe, der Stiftung Schulter an Schulter, Der Borusse – Für den Erhalt der Fankultur, Der Herthaner…

Danke allen Spendern aus unserer eisernen Familie sowie den Fans von Hertha BSC, dem BVB, dem FCK, der SGE, dem HSV, dem FCH, dem FC St. Pauli, dem 1.FCM, Holstein Kiel, der SGD, dem SVW, dem BFC, BMG, S04, Hansa Rostock, dem KSC…

Ich hoffe jetzt zum Jahresende sehr, dass es auch im Jahr 2020 gelingt, all die positiven Dinge in unserem Sport und unserer Union Familie festzuhalten, sie weiter in den Fokus zu rücken und allen Kritikern zu zeigen, wie wichtig die traditionellen Vereine und ihr Tun in unserer Gesellschaft sind. Möge der Blitz jene Herren beim täglichen Stuhlgang treffen, die wie Mateschitz, Kind und Co. nichts unversucht lassen, Tradition und gesellschaftliche Verantwortung durch bedingungslosen Kommerz zu ersetzen. Möge die 50+1 Regel weiterhin Bestand haben und unser einzigartiger 1. FC Union Berlin weiter leuchten wie der hellste Heiligenschein. Mögen wir in Köpenick niemals das eiserne Herz verlieren und weiterhin Schulter an Schulter stehen, egal welche Herausforderungen von innen wie von außen auf uns warten!

„…Alee, alee, alee, alee, alee, alee, alee…Ohohoho, ohohoho… Mit uns an Deiner Seite wirst Du niemals untergehn!“

Kommt alle gut ins Jahr 2020, passt aufeinander auf und behaltet den Blick für die Menschen neben Euch.

U.N.V.E.U.

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