2018 (m)ein Jahresrückblick…

Die letzten Kerzen sind herunter gebrannt, der Geschenkewahnsinn ist durch und der Sekt zum ultimativen Anstoßen auf das abgelaufene Jahr steht griffbereit im Kühlschrank.
Zeit sich noch einmal umzublicken und das zurückliegende Jahr ein wenig Revue passieren zu lassen.
Es ist viel auf unserer blauen Kugel passiert, aber hat sich deshalb auch etwas verändert?
Großsultan Erdo ballert und bombt gleich zu Jahresbeginn mal wieder ordentlich in Syrien um sich. Selbstverständlich dient dies nur dem Weltfrieden und irgendwelche Zusammenhänge mit den dort lebenden Kurden sind von den Unruhe stiftenden Medien nur konstruiert.
Ja, ja diese Medien und die dreisten Journalisten. Es ist wirklich lästig, wie sich selbige in innerpolitische Angelegenheiten einmischen. Da müssen sie sich nicht wundern, wenn sie mal ein bisschen weggeschlossen werden wie Deniz Yücel oder auch mal einen kleinen Folterunfall erleiden, wie Jamal Kashoggi in der saudischen Botschaft in Istanbul.
Seit März, also sechs Monate nach der Bundestagswahl, hat die Bundesrepublik wieder eine „handlungsfähige“ Regierung. In wieweit diese wirklich gehandelt hat oder sinnvoll handeln wird, na da wird sich jeder wohl sein eigenes Bild gemacht haben. GroKo… ein Unwort, welches in meinen Augen für politischen Stillstand und Verlust von Glaubwürdigkeit der großen Volksparteien steht. Bei diesen gab´s aber auch Veränderungen. Nahles und Kramp-Karrenbauer als Parteivorsitzende…. hmmm! Klingt ja nach richtig frischem Wind und hochqualitativem Gegengewicht zu den Gauleitern und seinen „Vogelschisslern“ der deutschen Geschichte, oder!? Eines muss man der GroKo aber wirklich positiv auf den Zettel schreiben. Sie haben den Mindestlohn um 35 Cent angehoben. Damit ist der Bevölkerungswohlstand in ungeahnte Dimensionen vorgedrungen und das Konsumverhalten für die nächsten zehn Jahre nachhaltig angekurbelt.
Aber nicht nur hier in Deutschland tragen die Wahlen „völlig überraschende“ Früchte. In Russland wird Putin mal wieder Zar…ähm Präsident und Medwedew spielt weiter den Zarewitch. Na und unser Freund, der kleine Gröfaz vom Bosporus, wird quasi allmächtigste osmanische Großsultanine.
Da geht einem doch das Herz auf, wenn überall solch Humanisten die Weltgeschicke lenken. Ach ja, da fehlt ja noch Mickey Mouse von über´m Teich. Onkel Donald hat schließlich in diesem Jahr auch wieder gezeigt, was er an kreativem Wahnsinn drauf hat. So lässt er an der mexikanischen Grenze „illegale“ Einwandererkinder von ihren Eltern trennen, um sie gesondert voneinander in Flüchtlingslagern unterzubringen. Sicherheitshalber wird auch nach der Abschiebung der Eltern, die Familienzusammenführung nicht zu sehr forciert. Schließlich könnten die minderjährigen Immigrationsterroristen sich mit ihren Eltern ja erneut auf den Weg machen.
God bless America!
Neben „den Großen der Weltpolitik“, schrieben aber noch andere Persönlichkeiten ein paar Zeilen, ihre letzten, ins Buch unserer Geschichte. So gingen besondere Menschen wie Steven Hawkins, Kofi Anan und Aretha Franklin für immer. Wenn die oben erwähnten Politiker gemeinsam nur halb so viel Verstand und Humanismus wie diese Drei aufbringen könnten, dann fehlte meinen rückblickenden Zeilen wohl einiges an Sarkasmus. Ich würde gerne auf selbigen verzichten. Der Tod von Rolf Hoppe sowie den beiden Boxlegenden Markus Beyer und Graciano Rocchigiani, ließen mich mit einigen persönlichen Erinnerungen ebenfalls für einen Moment innehalten.
Zum Glück gibt es neben der großen weiten Welt ja auch immer noch die unsere, diese besondere und viele von uns verbindende Fußballwelt. Ja und auch diese war im abgelaufenen Jahr wieder etwas besonders.
Nachdem die Bayern zum sechsten Mal in Folge Meister wurden und der in HH Stellingen beheimatete Hanseatische Schaluppen Verleih endlich abgestiegen war…. Fußball WM und Deutschland als Titel Verteidiger.
Ich gebe zu, dass mein Nationalstolz sowie meine DFB Skandaltoleranz nicht groß genug waren, um dieser unwilligen und übersättigten Bocklostruppe sowie dem Bundesjogi noch irgendetwas Ähnliches wie Begeisterung entgegenzubringen. Nun, die Begeisterung für ihren Beruf und dieses höchst kommerzielle Fußball Event, schien auch den für „Die Mannschaft“ auflaufenden Kickern vor langer Zeit abhandengekommen zu sein. Trotzdem schrieben die Herren Fußballgeschichte und schieden als Gruppenletzter nach einer 2:0 Niederlage gegen den Fußballriesen Südkorea aus.
Irgendwie hatte ich etwas später das Gefühl, dass Mutti Merkel in der Vergangenheit zu oft in der Kabine war, denn der Jogi schien von ihr einiges gelernt zu haben. Vieles falsch gemacht und auf voller Länge versagt. Konsequenz: „Weiter so“!
Aber was haben wir Unioner schon mit diesem Teil der Fußballwelt zu tun? Wir können uns zwar nicht ganz ihren Gesetzmäßigkeiten entziehen und doch scheint Köpenick in einem anderen Universum als dem der WM Eventies zu liegen.
Zu unserer letzten Saison wurde genug gesagt und geschrieben, deshalb beschränke ich mich in meinem kleinen Blick zurück auch auf die aktuelle Spielrunde.
Begonnen hat sie ohne „Schrippe“ Skrzybski und mit einem neuen Trainer. Nicht der medial schon auf die eiserne Bank gesetzte Nestor El Maestro beerbte Hofi, sondern ein gewisser Urs Fischer aus dem Land der lecker Schoki und den scheiße teuren Präzisionsuhren. Ich wette, dass jeder Zweite diesen Schweizer erst einmal googeln musste und ich wette ebenso, dass dies heute im deutschen Profifußball kaum noch einer tun muss. Angetreten ist Urs Fischer als Trainer mit der Krux eines mittelschweren Mannschaftsumbaus. Schließlich waren sechs Spieler wie Stevie, Leistner, Pedersen und Mesi gegangen und das Mannschaftsgefühl wirkte zuletzt auch etwas angeschlagen. An etwas anderes als eine Findungssaison mit durchwachsenen Ergebnissen war also nicht zu denken. Ich hab keine Ahnung was dieser sympathische Schweizer als Zaubertrank aus dem Luzerner Kanton im Gepäck hatte, aber er legte eine komplette Hinrunde ohne Niederlage mit den Jungs hin. Es gelang ihm nicht nur die Mannschaft als solche zu formen, sondern selbige auch nach außen unglaublich geschlossen wirken zu lassen. Fischer brachte einige Spieler dazu, ihr Können auch endlich konstant abrufen zu können. So sind Akaki Gogia und Grischa Prömel im Vergleich zur letzten Saison kaum wieder zu erkennen und zu absoluten Leistungsträgern gewachsen. Dazu gab`s den wiedererstarkten Seb Polter, sein geiles Tor des Monats und eine spielentscheidende Nr.1 im Tor bzw. mit einem Tor.
Aber nicht nur die Punktspiele liefen zu meist besser als zu erwarten war, auch im Mafia Pokal konnten unsere Eisernen nach einem Sieg gegen den alten Rivalen aus Jena, den übermächtig erscheinenden Dortmunder BVB erneut an den Rand einer Niederlage bringen. Oh man, wie oft hab ich mir in diesem halben Jahr die Stimme an „Wir lieben unser´n Club und wir sind stolz auf ihn“ verhoben?!
Das Geschehen auf dem Rasen wird nicht als einziges in die Uniongeschichte eingehen. Ereignisse wie das Einweihen des durch die Szene initiierten Pokaldenkmals und das von Dirk Zingler vorgebrachte Papier zur Reformation des deutschen Profifußballs werden in Erinnerung bleiben. Wir sind noch lange nicht mainstream, auch wenn es der eine oder andere herbeireden möchte. Wir singen unser Singen, selbst wenn die DFL uns dies durch Spielansetzung vermiesen möchte! Wir zünden eine einsame Abschiedsfackel für einen der Unseren, egal wie hoch die Strafe vom DFB ausfällt!
Wir werden keine überzogenen Polizeieinsätze in unserem Wohnzimmer oder auf unseren Auswärtsfahrten ohne öffentliches Statement hinnehmen.
„Wir sind Unioner, wir sind die Kranken!“
Wie jedes Jahr, werde ich auch in diesem nicht alles was geschah erwähnen können.
Zwanzig Jahre Nina´s Hymne, der gerockte Volkspark, stiller Protest in der Alten Försterei und und und… Aber dies ist ja auch keine Chronik, sondern nur ein kleiner Blick zurück.

Und jetzt kommt alle gesund in´s neue Jahr, passt aufeinander auf und vergesst nicht hin und wieder mal nach rechts und links zu schauen. Nehmt Euren „Nachbarn“ im Stadion, in der Stadt oder wo immer ihr seid wahr. Schulter an Schulter gilt nämlich weit über die Grenzen unserer wunderschönen immergrünen Alten Försterei hinaus und man weiß nie, wann man selber einmal diesen Halt benötigt, um nicht zu stolpern.

🇮🇩U.N.V.E.U.🇮🇩

PS. In Gedenken an TeeCee, Maurice und alle die, die von oben auf uns aufpassen müssen.

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