1. Spieltag – 1.FC Union Berlin : Erzgebirge Aue

„Felix Mattuschka“ Du bist der beste Mann…

Die letzte große Generalprobe der von Urs Fischer zusammengestellten Elf gegen Toni Leistner’s „königliche Parkwächter“ (QPR), ging sportlich gesehen anständig in die Hose.
Was ein Glück, denn nun musste doch folgerichtig die Punktspielpremiere unter dem neuen Coach, ein grandioser Erfolg werden. Allerdings muss dazu erwähnt werden, dass selbige gegen Aue stattfinden sollte, die uns ja in den letzten drei Spielen an der Alten Försterei, nur einen lausigen Punkt behalten ließen. Mit anderen Worten ein Gegner, der nicht unbedingt schicksalsergeben und mit vollen Hosen im Köpenicker Forst anreiste.
Ganz so grandios, wie die vergeigte Generalprobe dem Sprichwort nach hoffen lies, wurde das erste Spiel der neuen Saison dann allerdings nicht ganz, aber letztendlich doch verdient erfolgreich aus Sicht unseres FCU’s. Gegen sehr kompakt verteidigende Erzgebirge Veilchen arbeiteten unsere Jungs fast pausenlos an und ließen dabei nur wenig Chancen bei den Schachtern zu. Diese wenigen hatten es allerdings in sich und wir dürfen uns gerne bei Fortuna bedanken (natürlich nicht der aus DüDo), dass die Erzgebirger diese recht kläglich versemmelten, denn sonst hätte es auch anders ausgehen können. Egal, Aue nutzte seine wenigen Hundertprozenter nicht, wir im übrigen die zahlenmäßig noch wenigeren auch nicht, dafür hatten wir aber noch einen Felix Kroos als ultimativen Trumpf in der Hinterhand.
Genau diesen Trumpf zog Urs Fischer dann in der 81. Minute aus dem Ärmel, beziehungsweise von der Bank und tauschte ihn gegen den aus Hannover gekommenden Manuel Schmiedebach aus. Rund sechs Minuten später machte sich dieser Wechsel dann bezahlt. Ein Träumchen von einem Freistoß ins linke obere Eck, ließ Martin Männel (TW Aue) nur verdutzt und ohne erkennbare Reaktion hinterher schauen, wie Felix im Mattuscha Stil die drei Punkte kurz vor Spielende auf´s Union Konto schrieb. Eigentlich braucht Altmeister Tusche als Freistoßvorbild gar nicht herhalten, denn Felix hat schon bewiesen, dass er es genauso gut wie der alte Brummkreisel auf dem Füßchen hat. Aber bei solch geilen Dingern, muss man zwangsläufig an den Freistoßgott und sein Lied denken.
Apropos Lied, neunzig Minuten Vollgas von den Rängen (nur ganz kleine Pausen) erzeugten wieder Erpelpelle pur und einen gepflegten Muskelkater auf den Stimmbändern. Ich glaube an diesem Tag wurde dem Coach und den neuen Kickern in unseren Reihen erst richtig bewusst, was es bedeutet im Stadion an der Alten Försterei und in unseren Farben aufzulaufen. Vielleicht haben sie sogar verstanden, dass sie quasi als Vertrauensvorschuss mit dem Titel „Fußballgott“ begrüßt wurden, selbigen sich aber durch eisernen Kampf von Spiel zu Spiel neu verdienen werden müssen.
Die drei ersten Punkte der Saison waren also safe, aber das war bei weitem noch nicht alles, was an diesem Sonntag die meisten Unioner in der Alten Försterei bewegte.
Die Waldseite, die „bösen Ultras“, diejenigen die Kohle sammelten, um den Angehörigen eines verunfallten jungen Mannes über den persönlichen Verlust hinaus, wenigstens finazielle Not zu ersparen, genau jene verabschiedeten einen der Ihren, nein… einen jungen Unioner aus unser aller Mitte, auf ihre Art.
Ein großes Banner und eine einsame bengalische Fackel an jenem Platz, der jetzt für immer leer bleiben wird.

„Einmal Unioner, immer Unioner! Ruhe in Frieden Maurice.“

Und als wenn dies nicht schon emotional genug wäre, las Christian zur Verabschiedung auch noch einen Brief, eine Liebeserklärung an den 1.FC Union Berlin, von Maurice vor und es bedurfte keiner Aufforderung, damit ein donnernder Applaus zum Abschied aus allen Blöcken erschallte. Das sind Momente, in denen ich ganz sicher nicht mit den Jungs welche die Choreo organisieren, oder mit C.A. der vor zwanzigtausend Unionern den letzen eisernen Gruß formuliert, tauschen möchte. Emotionale Momente, die heute auch ein Teil der Union Philosophie und zu eiserner Tradition geworden sind!
Jetzt bin ich mal gespannt, ob die vergreisten DFB Granden diese eine bengalische Fackel des Gedenkens bestrafen werden, oder ob sie einmal Pietät und Respekt zeigen können.
Das Leben geht weiter und auch unser geliebter Fußball wird sich weiter drehen.
Nächste Woche geht’s für unsere eisernen Kicker dann schon in die Stadt der Jecken und Pappnasen bzw. des Bieres, welches in der Homöopathie entstammenden Gefäßen gereicht wird. Dies wird ganz sicher ein echter Gradmesser, denn die Kölner sind nicht nur für mich Aufstiegskandidat Nummer 1.
Schauen wir mal ob es bis dahin gelingt, die eine oder andere Unsicherheit in der Mannschaft noch zu korrigieren und mit dem positiven Schwung des Auftaktsieges, den einen oder anderen Punkt aus der Domstadt zu entführen.

Bis dahin…. Eisern bleiben!

U.N.V.E.U.

Scroll to Top